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ID: 715

Laparoskopisches Ausschalten eines endovaskulär nicht zu versorgenden Aneurysma`s der Arteria lienalis – Fallbericht

D.Ellebrecht, M.Pross, M.Horn, T.Keck, M.Kleemann
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck

Einleitung

Wir berichten über einen Patienten mit dem Zufallsbefund eines therapiepflichtigen Aneurysmas der Arteria lienalis. Bei dem Patienten fiel im Rahmen einer CT-Trauma-Spirale nach Treppensturz, neben einem Schädel-Hirn-Trauma mit Felsenbeinlängsfraktur links und akutem Subduralhämatom rechts sowie Kortex-Konduktionsblutung, ein therapiepflichtiges, nahe am Milzhilus gelegenes Aneurysma der Arteria lienalis auf. CT-angiografisch zeigte das Aneurysma in einer Größendimension von 2,2 cm. Aufgrund der Konfiguration des Aneurysmas, dem 3 Äste entspringen, bevor das Milzparenchym versorgt wird, war endovaskulär nur eine komplette Embolisation der A. lienalis möglich, ein Stentgraft war aufgrund der Anatomie ausgeschlossen. 

Material und Methoden

Bei bestehender Therapiepflichtigkeit haben wir uns deshalb zum laparoskopischen Ausschalten des Aneurysmas entschlossen. Laparoskopisch erfolgte nach Mobilisierung der linken Flexur und Freipräparation des Pankreasschwanzes mit retropankreatischer Darstellung der Arteria lienalis und des Aneurysmas ein problemloses Ausschalten sämtlicher Äste mittels PDS-Clips. Der postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig, es kam zu keiner Milzläsion und zu keiner Pankreasfistel. Der Patient wurde am 4. postoperativen Tag aus dem stationären Aufenthalt nach Hause entlassen. 

Ergebnisse

In der postoperativen MRT- und MR-Angio-Kontrolle zeigten sich ein nach Clipping ausgeschaltetes Aneurysma sowie ein kleiner dorso-medialer Milzinfarkt. Das Aneurysma kontrastierte sich weder in der arteriellen noch venösen Phase.

 

Schlussfolgerung

Bei technischer Unmöglichkeit der Interventionellen Therapie ist das laparoskopische Ausschalten von Aneurysmen der Arteria lienalis auch in schwieriger Anatomie sicher und effektiv durchführbar