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ID: 266 (Conflict of Interest: K)

Chirurgische und onkologische Ergebnisse von 22 Patienten nach Resektion fortgeschrittener kolorektaler Lebermetastasen im ALPPS-Verfahren am UKE

M.Teutsch1, X.Jin2, E.-G.Achilles1, U.Herden1, M.Koch1, L.Fischer1, B.Nashan1, J.Li1
1Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg
2Fudan University, Shanghai

Einleitung

Das ALPPS-Verfahren als neuartige OP-Technik zur zweizeitigen Resektion fortgeschrittener Lebertumore wird zunehmend in der klinischen Praxis angewandt. Dies gilt insbesondere für die Resektion einer ausgeprägten Lebermetastasierung kolorektaler Karzinome. Kritikpunkte des ALPPS-Verfahrens umfassen eine hohe Komplikationsrate als auch eine hohe 90-Tage Mortalität. Über das onkologische Outcome der im ALPPS-Verfahren resezierten Patienten ist zudem relativ wenig bekannt, jedoch scheint auch hier eine relativ hohen Rezidiv-Rate vorzuliegen. Wir zeigen die Ergebnisse aller im ALPPS-Verfahren resezierten Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen am UKE im Zeitraum von 2013 bis 2017.   

Material und Methoden

Retrospektive Datenanalyse sämtlicher aufgrund von kolorektaler Lebermetastasierung resezierten ALPPS-Patienten aus der klinikeigenen Datenbank mit Fokus auf postoperative Komplikationen (nach Clavien-Dindo, bzw. nach der ISGLS) und Letalität sowie auf das onkologische Outcome im Langzeit-Follow-up. Regressionsanalyse etwaiger, das jeweilige Outcome beeinflussende Prognosefaktoren.

Ergebnisse

Es fanden sich im untersuchten Zeitraum insgesamt 22 Patienten die im ALPPS-Verfahren aufgrund einer kolorektalen Lebermetastase reseziert wurden. Die Komplikationsrate nach Clavien-Dindo IIIa betrug 18,2% (4 Patienten: ERCP bei Galleleck, jeweils eine CT-gesteuerte Biliomdrainagen, Pleurapunktion), die Rate an IIIb-Komplikationen betrug 9,1% (2 Patienten: Revision bei Fasziendehiszenz, ERCP in Allgemeinanästhesie). Es fanden sich zudem auffällig häufig Gallenleckagen, wovon 4 (18,2%) per interventionell behandelt werden musste. Hinsichtlich einer ebenfalls hohen Rate an posthepatectomy liver failure (PHLF) konnte – wie auch hinsichtlich einer eingeschränkten Kinetic growth rate (KGR) – eine statistisch signifikante Assoziation mit einer präoperativen Therapie mit anti-EGFR-Chemotherapeutika (Cetuximab/Panitumumab) nachgewiesen werden (PHLF p = 0,0043; reduzierte KGR p = 0,0464).

Das OS betrug nach 1, 2 und 3 Jahren nach ALPPS 95%, 66% and 51%, während das DFS nach 1, 2 und 3 Jahren 56%, 24% und 24% betrug.

Es liegt keine 90-Tage Mortalität vor. Alle Patienten konnten reseziert werden (kein drop-out zwischen Parenchym-Splitting / Pfortaderverschluss und eigentlicher Leberresektion. Die R0-Rate betrug 90,9%.         

Schlussfolgerung

Die demonstrierte 100%ige Komplettierungs- und >90%ige R0-Rate zeigt, dass ALPPS ein gut machbares Verfahren zur Resektion einer fortgeschrittenen kolorektalen Lebermetastasierung ist. Die in den initialen Publikationen auffällig hohen Letalitätsraten können anhand unserer Daten (als auch in weiteren aktuellen Publikationen) nicht mehr nachgewiesen werden. Trotz kontinuierlicher Weiterentwicklung mit zunehmender Patientenselektion und ebenfalls zunehmender Erfahrung handelt es sich jedoch trotz allem um ein relativ komplikationsträchtiges Verfahren mit ebenfalls hoher Rezidiv-Gefahr. Was sicherlich auch durch die Komplexität des Verfahren selber als auch durch die zugrunde liegende fortgeschrittene Grunderkrankung bedingt ist.