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ID: 407 (Conflict of Interest: K)

Minimal-invasive Theapie einer IIc Sigmadivertikulitis ohne Resektion mit Restitutio ad integrum

C.Folba, T.Carus
Asklepios Westklinikum Hamburg, Hamburg

Einleitung

Nach den Empfehlungen der aktuellen Leitlinien (Statement 6.7. und 6.10.) zur Divertikulitis sollte bei einem Stadium IIc je nach Schweregrad sofort oder im entzündungsfriene Intervall operiert werden. Wir berichten über eine Patientin mit einem entzündlichen Konglomerattumor bei Sigmadivertikulitis mit Perforation durch die Bauchdecke, bei der ein alternativer Behandlungsweg zum Heilerfolg führte.

Material und Methoden

Eine 81-jährige Patientin wurde mit einem linksseitigen Unterbauchabszess stationär aufgenommen. Nach sonographischer Diagnostik erfolgte die operative Abszessspaltung. Am 1. postoperativen Tag kam es zu Stuhlaustritt über die Abszesshöhle. In der CT wurde ein an der Bauchdecke adhärenter Konglomerattumor mit Perforation in die Bauchdecke bei fortgeschrittener Sigmadivertikulitis festgestellt. Die übrige Bauchhöhle war ohne Entzündungszeichen. Bei der Laparoskopie konnte eine Peritonitis ausgeschlossen werden, so dass ein doppelläufiges Transversostoma angelegt wurde. Die Abszesshöhle verheilte ohne Komplikationen, die Patientin wurde am 8. postoperativen Tag entlassen. Nach den Leitlinien planten wir die elektive Sigmaresektion in 3 Monaten.

Ergebnisse

Die Wiederaufnahme erfolgte planmäßig 3 Monate nach der Stomaanlage bei Beschwerddefreiheit der Patientin. Die erneute CT zeigte dann einen vollständig unauffälligen Befund ohne Nachweis einer stattgehabten Divertikulitis, so dass wir keine Indikation mehr zur Sigmaresektion sahen. Nach Rückverlegung des Stomas konnte die Patientin am 5. postoperativen Tag entlassen werden. Auch bei der Nachkontrolle 6 Monate nach der zweiten Operation zeigten sich keine Auffälligkeiten. 

Schlussfolgerung

Alternativ zu den Leitlinien wurde bei einer Patientin ein minimal-invasiver Behandlungsweg gewählt, der ihr eine große Operation (Sigmaresektion nach Stadium IIc) ersparte. Sowohl die Diagnostik als auch die Stomaanlage wurden laparoskopisch durchgeführt, worunter es zu einer vollständigen Abheilung des zunächst komplizierten Befundes kam. Dieser Fall zeigt die Wichtigkeit der individuellen Indikationsstellung zur Operation. Bei akuten viszeralchirurgischen Erkrankungen gibt die diagnostische Laparoskopie die notwendige Sicherheit in der Wahl des Behandlungsweges. Besonders bei der elektiven Sigmaresektion im entzündungsfreien Intervall muss diese Indikation sehr sorgfältig geprüft werden.