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ID: 607 (Conflict of Interest: K)

Single Center Ergebnisse der Prokto-/Kolektomie bei CED/FAP

B.Jansen-Winkeln1, C.Pommer1, S.Niebisch1, O.Lyros1, N.Teich2, I.Gockel1
1Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
2Internistische Gemeinschaftspraxis für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, Leipzig

Einleitung

Die Proktokolektomie / Kolektomie ist ein besonders bei der Rekonstruktion herausfordernder Eingriff. Abgestimmt auf die Wünsche der Patienten kann ein maßgeschneidertes Therapiekonzept erstellt werden und damit auch gute Ergebnisse.

Material und Methoden

Im Zeitraum von April 2016 – Juli 2017 haben wir 25 Patienten mit CED / FAP mit einer Prokto-/Kolektomie behandelt. Die Daten wurden prospektiv erfasst und retrospektiv ausgewertet. Das Alter betrug im Median 32 Jahre (18-64 Jahre). Es handelte sich um 13 Männer und 11 Frauen. Die Indikation war in 17 Fällen eine therapierefraktäre Colitis ulcerosa, bei 5 Patienten eine FAP und bei 2 Patienten ein M. Crohn.

Ergebnisse

Es wurden 20 Patienten elektiv versorgt und 6 in der Notfallsituation. Davon konnten zwei Patienten elektiv rekonstruiert werden, die anderen 4 sind für eine Rekonstruktion geplant. Es wurden 18 Patienten mit Ileo-Pouch-Analer Anastomose (IPAA) versorgt, 7 erhielten eine Kolektomie (2 definitiv). Bei den elektiven Operationen wurde drei Patienten offen operiert (wegen offener Voroperation), die übrigen 19 Operationen wurden laparoskopisch durchgeführt, ebenso wie drei der 6 Notfalleingriffe. Es traten bei den Patienten mit restaurativer Proktokolektomien keine Revisionsoperationen auf, zwei kleine Anastomoseninsuffizienzen konnten mit Endo-Sponge-Therapie behandelt werden. Die Krankenhausverweildauer betrug hier im Median 17 Tage (ohne Patienten mit Insuffizienz 12 Tage). Postoperativ zeigten 12 Patienten eine relative Enge nach IPAA. Bis zur Ileostomarückverlagerung wurden diese Patienten wöchentlich rektal-digital untersucht. Nach Ileostomarückverlagerung benötigten 3 Patienten noch eine digitale Dilatation bei relativer Enge. Bei 10 Patienten trat eine postoperative Diversions-Pouchitis auf, die nach Ileostoma-Rückverlagerung verschwand. Hier wurde durch in der Frequenz befundadaptierte Pouchspülungen mit Applikation von Budenosidschaum behandelt.  

Schlussfolgerung

Die Prokto-/Kolektomie wird bei uns regelhaft laparoskopisch und bei fehlendem Karzinomnachweis in tubulärer Technik komplikationsarm durchgeführt. Die postoperative Nachsorge insbesondere in der Stomaphase ist sehr wichtig und wird von uns chirugisch durchgeführt, im weiteren Verlauf ist die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Gastroenterologen sehr wichtig, um Pouchkomplikationen adäquat und schnell zu behandeln.