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ID: 703 (Conflict of Interest: K)

Choledochuszysten und das Risiko maligner Entartungen: state of the art

O.Madadi-Sanjani, T.Wirth, J. N.Kübler, C.Petersen, B.Ure
Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Einleitung

Die Entwicklung von Cholangiokarzinomen bei Choledochuszysten ist seit Jahrzehnten bekannt. Lange Zeit galt die Empfehlung einer kompletten Exzision der Zyste als ausreichende Prävention für eine spätere maligne Entartung. Neuere Daten zeigen jedoch ein erhöhtes postoperatives Karzinomrisiko auch in Patienten nach Resektion der Choledochuszyste. Ziel dieser Studie war es anhand der aktuellen Daten Risikofaktoren für eine spätere Entartung bei Patienten mit Choledochuszysten zu identifizieren und so eine Empfehlung zur Therapie und optimaler Nachsorge geben zu können.

Material und Methoden

Eine systematische Analyse der gesamten Literatur über Karzinome in Choledochuszysten und dem Karzinomrisiko nach Choledochuszystenresektion wurde durchgeführt. 

Ergebnisse

Die aktuelle Literatur zeigt in Analysen von mehr als 5780 Patienten mit Choledochuszysten ein Karzinomrisiko bei 6-30% der Erwachsenen. Es gibt einzelne Fälle maligner Entartung bei Jugendlichen.

Das Karzinomrisiko nach Resektion der Zyste ist deutlich niedriger und lag in den größten drei Fallserien mit insgesamt 2193 Patienten zwischen 0,4 und 4,3%. Als Risikofaktor erscheint ein hohes Alter der Patienten bei Resektion. Während keine postoperativen Entartungen im Kleinkindesalter bekannt sind, gibt es in 17 englischsprachigen Publikationen Informationen zu Karzinomen in der Adoleszenz beginnend, mit Erstdiagnosen 1 bis 34 Jahre nach Zystenexzision.

Schlussfolgerung

Basierend auf der aktuellen Literatur sollte eine frühzeitige Resektion der Choledochuszyste nach Erstdiagnose, bestenfalls im Kleinkindesalter, angestrebt werden. In Zusammenschau der aktuellen Daten empfehlen wir ein Follow-up mit jährlichen klinischen, laborchemischen und sonographischen Kontrollen, dass im Erwachsenenalter um CA19-9 Kontrollen erweitert wird.