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ID: 729 (Conflict of Interest: K)

Erster Erfahrungsbericht der intraoperativen Cholangiographie im Rahmen der Cholecystektomie mit überklippbarem Taut®-Cholangiographie-Katheter

R.Steinert, S.Malke, B.Herzinger, D.Sandor, C.Köchling, M.Worm, D.Weiling, G.Sandmann
St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten; St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH, Salzkotten

Einleitung

Die intraoperative Cholangiographie gehört aktuell nicht zum allgemeinen Standard in der Durchführung einer laparoskopischen Cholezystektomie. Durch das therapeutische Splitting kann präoperativ mittels Endosonographie +/- ERCP ggf. auch MRCP die Klärung der Verhältnisse am Dc. hepatocholedochus gelingen. In Einzelfällen ist dies jedoch nicht sicher möglich z.B. wegen technischer Probleme bei der ERCP, Undurchführbarkeit der MRCP etc.. Gelegentlich erfordert die intraoperative Situation eine definitive Klärung am Hauptgallengang. Eine sicher durchführbare Cholangiographie im Rahmen der Cholezystektomie bleibt daher weiterhin eine notwendige Option (Steine? anatomische Verhältnisse? Abfluss an der Papille?). Es gibt multiple technische Varianten (z.B. Einführen eines ZVK, Ureter- oder Nabelkatheters; System Aerostat®- von Applied Medical...). Probleme ergeben sich bei der Katheter-Positionierung oder das Erzielen primärer Dichtheit am Dc. cysticus. Haltezangen am Dc. cysticus können jedoch die Röntgenbild-Auswertung behindern. Wir berichten anhand eines bilddokumentierten Fallbeispiels über die technische Durchführung mit Überklippung des Katheters und die Erfahrungen in den ersten 5 Anwendungen an unserer Klinik mit dieser Variante.

Material und Methoden

Der Taut®-Cholangiographie-Katheter (Teleflex Medical) kann mit Hem-o-lok®-Clips am Dc. cysticus überklippt werden, wonach laut Hersteller bei komplettem Cysticus-Verschluss die Kontrastmittelapplikation über den Katheter trotzdem problemlos gelingt.

Ergebnisse

Das Procedere war mit diesem Katheter bei bislang 5 Patienten anwendbar und die Cholangiographie erfolgreich. Ein Überklippen des Katheters am Dc. cysticus ist bei erhaltener Funktionalität und Durchlässigkeit in allen Fällen gegeben gewesen. Die Starrheit des Kathetermaterials ist im Handling gewöhnungsbedürftig. Eine richtungsgenaue Platzierung des Kathetereintrittswinkels an der Bauchwand erleichtert den Umgang. Die Katheterextraktion am Dc. cysticus über den liegenden Clip war nicht möglich, weswegen die Bereitstellung der Clip-Extraktionszange wichtig ist. Inwieweit andere Clips die gleiche Dichtigkeit herstellen und der Katheter dann extrahierbar wird muss erst getestet werden. Es ergab sich keine katheterspezifische Morbidität oder Gesamtmorbidität bei 5 operierten Patienten.

Schlussfolgerung

Ein Überklippen des Taut®-Cholangiographie-Katheters am Dc. cysticus ist bei erhaltener Funktionalität und Dichtigkeit ohne Morbidität möglich. Eine Entfernung des Katheters über den liegen bleibenden Klip erscheint problematisch.