Zurück

ID: 736 (Conflict of Interest: K)

Postoperative Morbidität nach Ileostomarückoperation

E.Ahmic, M.Varga, A.Dinnewitzer, J.Presl, K.Emmanuel, T.Jäger
Universitätsklinikum Salzburg, Salzburg

Einleitung

Die protektive Anlage eines doppelläufigen Ileostoma ist eine häufig verwendete Technik, die zum Schutz vor Anastomosenkomplikationen nach Operationen am mittleren und tiefen Rektum dient. Ziel der Studie sind die Evaluation von Kurzzeitmorbidität, Langzeitmorbidität und Detektion potenzieller Risikofaktoren, die nach Ileostomaverschluss zu Komplikationen führen können.

Material und Methoden

Retrospektive single-center Analyse aller Datensätze einer prospektiv angelegten Kolorektalkarzinom- Datenbank, die Rektumkarzinom-Erkrankungen mit Anlage eines protektiven Ileostomas im Zeitraum von 2003 bis 2013 ausweisen. 

Ergebnisse

Insgesamt erhielten 185 Patienten ein protektives Ileostoma, hiervon wurden 167 Stomata rückoperiert.  6 (3%) Patienten sind mit bestehendem Stoma verstorben, und bei 12 (7%) konnte die Nachsorge nicht abgeschlossen werden (Lost to follow-up). Die Kurzzeitmorbidität betrug 5% (n=8).  Jeweils 1 Patient (n=4; 2%) wurde wegen Wundheilungsstörung, Subileus, Elektrolytentgleisung bei high-output Stoma und postoperativem Hämatom konservativ behandelt (Clavien Dindo I-IIIa).Weitere 4 Patienten wurden aufgrund von Anastomoseninsuffizienzen reoperiert.(Clavien Dindo IIIb).Die Langzeitmorbidität betrug 6% (n=11) und manifestierte sich isoliert als Narbenhernie an der vormaligen Stomalokalisation. Adipositas war signifikant mit dem Auftreten assoziiert, Diabetes mellitus und vorliegende Adhäsionen im Bereich des Ileostomas bei der Rückoperation erhöhten das Risiko ebenfalls. Alter, Geschlecht, operativer Zugang bei der Rektumresektion (Laparoskopie vs. Laparotomie), Chemo- bzw. Radiotherapie, Dauer bis zur Rückoperation, Operationsdauer der Rückoperation, Anastomosentechnik sowie ASA-Klassifikation zeigten keinen Einfluss.

Schlussfolgerung

Als Risikofaktoren für die Entstehung der Narbenhernie nach Ileostomaverschluß wurden Adipositas, Adhäsionen im Bereich des Ileostomas und Diabetes mellitus detektiert.  Die Kurzzeitkomplikationen sind selten und bedürfen in 2% einer Reoperation. Die erhobenen Daten belegen, dass der Ileostomaverschluss ein sicheres Verfahren mit geringer Langzeitmorbiditätsrate ist.