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ID: 563 (Conflict of Interest: K)

Ergebnisse einer Akzeptanzumfrage zur Roboter-assistierten Ultraschalldiagnostik unter Gefäßmedizinern

S.Böttger, M.Kleemann, F.Ernst
Uniklinik Lübeck, Lübeck

Einleitung

Das Potential der medizinischen Ultraschalldiagnostik könnte durch einen höheren Automatisierungsgrad und die Standardisierung des Untersuchungsvorganges noch besser ausgeschöpft werden. Aus diesem Grund entwickeln wir derzeit ein Robotersystem für das Handling von konventionellen Ultraschallgeräten mit zwei- und dreidimensionaler Bildgebung am Patienten mit dem Ziel, das ärztliche Personal zu entlasten, die Effizienz zu steigern und neue Untersuchungsmethoden zu ermöglichen. Um das Potential dieses Systems sowie der einzelnen diagnostischen Auswertungsbausteine zu ermitteln, wurde eine Akzeptanzumfrage unter klinischen Experten und Entscheidern durchgeführt.

Material und Methoden

Es wurde ein Fragebogen mit acht Fragen zur klinischen Routine der Teilnehmer sowie 94 Fragen zur Technologiebewertung in einem Internet-Umfrageportal platziert (umfrageonline.com). Im Einzelnen wurden Fragen nach der Erfahrungsdauer, dem Untersuchungsaufkommen und dem Anteil an der Arbeitszeit gestellt. Im Bewertungsteil wurde nach der Verantwortbarkeit und den Erfolgsaussichten für den Einsatz solcher Systeme insgesamt und für einzelne diagnostische Anwendungen gefragt. Weiterhin bestand die Möglichkeit zur Eingabe eines freien Anmerkungstextes zur Mitteilung von Bedenken, Empfehlungen und Anforderungswünschen.  Die Einladung zur Teilnahme wurde per E-Mail Verteiler an die Mitglieder der Vereinigung Norddeutscher Gefäßmediziner NGM e.V. sowie an den Verteiler der Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie DGG gesendet, die Beantwortung erfolgte anonym. Zum Zwecke der umfassenden Technologiebewertung wird die Umfrage sowohl in weiteren deutschen Fachgruppen als auch mit einem internationalen Teilnehmerkreis weiter fortgeführt.

Ergebnisse

Die Auswertung der für andere Fachgruppen noch andauernden Befragung ergab Rückläufe von 47 Gefäßmedizinern, davon 83% Chirurgen, insgesamt waren Ober- und Chefärzte mit einem Anteil von 65% vertreten. Die Befürworter des Einsatzes von automatischen Ultraschallsystemen stehen mit 40% einem Anteil von 19% Skeptikern gegenüber, die restlichen Befragten sind unentschlossen. Ebenso befürwortet eine Mehrheit von 47%  gegenüber 32% den Einsatz nicht nur für Vorsorgeuntersuchungen sondern auch für die Diagnostik. Als besonders sinnvolle und erfolgversprechende Anwendungen werden von 34% der Befragten die Diagnostik der Nieren, der Harnblase (32%) und das BAA-Screening (30%) erachtet. Bei der entscheidenden betriebswirtschaftlichen Fragestellung nach den akzeptablen Anschaffungskosten für ein automatisches Ultraschallsystem ergaben die Antworten einen Mittelwert von 90 Tausend Euro.

Schlussfolgerung

Das Ergebnis dieser Umfrage unter deutschen Gefäßmedizinern stellt ein klares Votum für den Einsatz der Technologie dar. Sowohl die direkten Antworten auf die geschlossenen Fragestellungen als auch die offen formulierten Antworttexte beweisen bei allen berechtigten Bedenken in Detailfragen eine hohe Akzeptanz für die automatische Ultraschalltechnologie und lassen auf gute Erfolgsaussichten hoffen. Mit den bereits ermittelten und den weiterhin noch eintreffenden Preisabschätzungen kann die Grundlage für eine betriebswirtschaftliche Entscheidung bezüglich der Kommerzialisierung des Projektes getroffen werden.

 

Unterstützt durch die AiF Projekt GmbH, Projektträger des BMWi.